Meine Wunschliste

Sie haben keine Produkte in Ihrer Wunschliste.

Häufig gestellte Fragen

zum Thema Gebisse

Wie wirken die unterschiedlichen Seitenteile der Gebisse?

Ringtrensen / Wassertrensen

Gebisse mit durchlaufenden Ringen wirken ausschließlich auf Zug. Bei Zügelanzug wird der Druck über die Zunge auf den Unterkiefer weitergeleitet. (Eventueller Druck auf das Genick entsteht hierbei nicht durch das Gebiss, sondern über das Reithalfter.)

Durch die beweglichen Ringe kann eine unruhige oder unerfahrene Reiterhand abgefedert, bzw. ausgeglichen werden. Außerdem kann das Pferd das Gebiss durch Anspannen der Zunge etwas anheben und dadurch zu starkem Druck durch Zügelanzug kurzfristig ausweichen.

Grundsätzlich sind Ringtrensen für jedes Pferd und jeden Ausbildungsstand geeignet. Gerade für das Anreiten von jungen Pferden oder für Reitanfänger sind Gebisse mit durchlaufenden Ringen besonders empfehlenswert.

Ringtrensen sollten in der Größe so gewählt werden, dass sie die Lefze nicht einklemmen und der Abstand zwischen Ringloch und Maulwinkel nicht größer als 0,5 cm pro Seite beträgt.

Olivenkopf-, D-Ring- und Schenkeltrensen

Olivenkopf-, D-Ring- und Schenkeltrensen wirken wie Wassertrensen ausschließlich auf Zug. Der Druck wird bei Zügelanzug über die Zunge auf den Unterkiefer weitergeleitet. Die Zügelhilfen werden im Vergleich zu Wassertrensen direkter übertragen. Die Bewegungen unruhiger oder ungeübter Reiterhände werden nicht abgefedert, sondern direkt auf die Zunge geleitet.

Da das Mundstück fest am Ring angebracht ist, liegt es besonders ruhig im Pferdemaul. Durch die weichen Übergänge zu den Seitenteilen sind diese Gebisse besonders maulwinkelschonend. Außerdem besteht durch die Auflagefläche der Seitenteile eine zusätzliche seitliche Anlehnung, die z. B. das Reiten von Wendungen und die Begrenzung am äußeren Zügel (verwahrende Zügelhilfe) erleichtert.

Die seitliche Anlehnung von D-Ring und Schenkeltrensen ist im Vergleich zu Olivenkopftrensen stärker. Je größer die Kontaktfläche zwischen Seitenteil und Lefze, desto größer ist auch die seitliche Einwirkung.

Diese Gebisse eignen sich besonders für Pferde mit empfindlichen Maulwinkeln, für Pferde, die dazu neigen über die Schulter auszubrechen (z.B. beim Abwenden oder beim Anreiten von Sprüngen) oder für Pferde, die ein sehr unruhiges Maul haben und mit dem Mundstück einer Ringtrense zu sehr „spielen“.

Nicht zu empfehlen sind diese Gebisse für junge Pferde zum Anreiten (allererste Phase, wenn das Pferd noch gar kein Gebiss kennt) sowie für Reiter mit unruhiger oder harter Hand und Reitanfänger.

Trensen mit festen Seitenteilen sollten in der Größe so gewählt werden, dass sie relativ dicht am Maulwinkel anliegen, aber die Lefze nicht einklemmen – in der Regel 0,5 bis 1 cm kleiner als Ringtrense

Trensen mit zusätzlicher Genickeinwirkung

Bei B-Ring, Fillis und Multi Ring Trensen verteilt sich der Druck bei Zügelanzug zunächst über die Zunge auf den Unterkiefer und dann auf das Genick. Dadurch erhält der Reiter bei stark werdenden und sich nach oben entziehenden Pferden wieder mehr Kontrolle, denn durch den Druck auf das Genick reagieren Pferde in der Regel mit Herabsenken des Kopfes.

Bei Dressurpferden eignet sich der Einsatz einer B-Ring oder Fillistrense, um das Pferd auf die Kandare vorzubereiten. Für Pferde, die sich eher nach unten entziehen und dazu neigen sich zu verkriechen, sind diese Gebisse nicht empfehlenswert.

3-Ring Gebisse:

Bei 3-Ring Gebissen ist dieser Effekt noch deutlicher, da die Hebelwirkung durch die Länge des Seitenteils noch größer ist. Die optimale Wirkung wird hier bei Verwendung von 2 Zügelpaaren erzielt. Der Hauptzügel im großen Ring wirkt auf Zug (Zunge und Unterkiefer), das 2. Zügelpaar im unteren Ring kann bei Bedarf über das Backenstück Druck auf das Genick (Nackenband) ausüben. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine geübte und gefühlvolle Reiterhand.

zu beachten:

Das Pferd ist im Bereich des Nackenbands sehr empfindlich. Unter dem Nackenband liegen Schleimbeutel, die sich bei zu langem und starkem Druck entzünden können. Über das Genick sollte dementsprechend nur dosiert eingewirkt werden.

Bei Druck auf das Genick reagiert das Pferd mit einem Herabsenken des Kopfes. Insbesondere beim Anreiten von Sprüngen sollte das Pferd jedoch in der Lage sein den Kopf so anzuheben, dass es den Sprung taxieren und sich ausbalancieren kann.

Gebisse mit Genickwirkung gehören deshalb ausschließlich in erfahrene und geübte Reiterhände.

Trensen mit zusätzlicher Einwirkung auf Genick und Unterkiefer

z. B. Reitkandare, Pelham oder Springkandare

Diese Gebisse wirken auf drei verschiedene Punkte am Pferdekopf: über die Zunge auf den Unterkiefer, durch Hebelwirkung der seitlichen Anzüge auf das Genick sowie über die Kinnkette auf den Unterkiefer. Die Zügelhilfe wird also auf die verschiedenen Druckpunkte am Pferdekopf verteilt. Dies ermöglicht dem Reiter eine bessere Einwirkung und Kontrolle, z. B. bei starken oder charakterstarken Pferden.

Reitkandaren sind in Dressurprüfungen ab einer bestimmten Klasse vorgeschrieben. Pelhams und Springkandaren werden hauptsächlich in Spring-, Gelände- und Jagdprüfungen eingesetzt, sind jedoch auch bei Freizeitreitern mit starken Pferden im Gelände beliebt. Eine korrekte Grundausbildung und -rittigkeit sollten Voraussetzung für die Verwendung solcher Gebisse sein.

Da der Unterkiefer des Pferdes sehr empfindlich und nur mit einer dünnen Hautschicht überzogen ist, bietet sich die Verwendung einer Kinnkettenunterlage als Polster an. In Springprüfungen bis Klasse M sind Pelhams ausschließlich in Verbindung mit einer Kinnkettenunterlage und Pelhamriemchen zugelassen. Ab Klasse M darf das Pelham auch mit zwei Zügelpaaren und ohne Kinnkettenunterlage verwendet werden.

Verschnallung und Größenauswahl:

Der obere Ring wird in das Backenstück der Trense / Kandare eingeschnallt. Die Kinnkette sollte so angebracht werden, dass der untere Baum bei Zügelanzug einen Winkel von 30 – 45° zulässt. (Bild) Es ist darauf zu achten, dass die Kinnkette korrekt ausgedreht ist.

Aufgrund der festen Seitenteile sollten diese Gebisse in der Größe so gewählt werden, dass sie relativ dicht am Maulwinkel anliegen, aber die Lefze nicht einklemmen – sie sind in der Regel ½ bis 1 cm kleiner zu wählen als Wassertrensen.

Zu beachten: Das Pferd ist im Bereich des Nackenbands sehr empfindlich. Unter dem Nackenband liegen Schleimbeutel, die sich bei zu langem und starkem Druck entzünden können. Das Pferd reagiert bei Druck auf das Genick mit dem Herabsenken des Kopfes. Insbesondere beim Anreiten von Sprüngen sollte das Pferd jedoch in der Lage sein den Kopf zu heben, um den Sprung taxieren und sich ausbalancieren zu können. Gebisse mit Genickwirkung gehören deshalb ausschließlich in erfahrene und geübte Reiterhände. Bei zu starkem Anzug des unteren Zügels wird die Zunge zwischen Gebissstück und Unterkiefer fixiert. Zu langer und starker Druck kann die Zunge einklemmen und die Durchblutung stören.

Zäumungen mit Einwirkung auf Genick, Nase und Unterkiefer

z. B. Hackamore

Das Hackamore wirkt bei Zügelanzug zunächst auf das Genick, dann gleichmäßig weiter auf die Kinngrube und den Nasenrücken. Die Einwirkung erfolgt also über drei verschiedene Punkte am Pferdekopf. Das Hackamore wird in der Regel gebisslos verwendet, weshalb die Zunge bei dieser Zäumung komplett entlastet ist.

Das Hackamore muss so verschnallt sein, dass zwischen Nasenrücken (nicht freitragendes Nasenbein) und dem Nasenriemen zwei Finger Platz haben. Das Backenstück wird in den oberen Ring geschnallt, die Zügel in den unteren Ring am Ende des Seitenteils.

Bei Bedarf kann bei sogenannten Kombi Hackamoreszusätzlich ein Gebiss eingeschnallt werden, sodass alle vier Druckpunkte am Pferdekopf genutzt werden können.

Zu empfehlen für Pferde, die eine Verletzung im Maul haben oder mit Gebissen oder Druck auf der Zunge unzufrieden laufen. Nicht geeignet für junge Pferde und Reitanfänger. Bei einer gebisslosen Zäumung sind einseitige Zügelhilfen nur bedingt möglich. Der Reiter sollte deshalb in der Lage sein, sein Pferd mit Kreuz- und Schenkelhilfen durch die Wendung zu reiten.